Kater Willi
Einige wichtige Grundregeln für Katzen
(wie man seine Menschen erzieht):
1. Damit man Dir eine Tür öffnet, stell' Dich auf die Hinterbeine, kratze und hämmere mit den Vorderpfoten an die Tür und maunze. Hat Dein Mensch die Tür geöffnet, ist es nicht mehr nötig, diese auch zu benutzen. Wenn Deine Anordnung zum Türöffnen befolgt wurde, stell' Dich in den Durchgang und lass Dir Zeit, über einige Dinge nachzudenken. Das ist besonders wichtig bei Aussentemperaturen unter null Grad, bei starkem Regen, Schnee-, Sand- oder Gewitterstürmen und während der Hauptmückensaison!
2. Wenn Du Dich übergeben musst, springe schnellstmöglich auf einen Stuhl, einen Schrank oder ein Buchregal! Schaffst Du das nicht rechtzeitig, dann suche Dir wenigstens einen möglichst flauschigen Teppich aus. So bist Du der Anteilnahme Deiner Menschen an Deiner kleinen Unpässlichkeit gewiss.
3. Wenn einer Deiner Menschen schreibt oder andere wichtige Tätigkeiten ausübt, der andere aber nichts zu tun hat, bleibe bei dem, der arbeitet. Das nennen die Menschen Hilfe.
Hier nun einige weitere Regeln für Deine "Hilfe":
Wenn Du in der Küche das Kochen überwachst, solltest Du Dich möglichst hinter dem linken Hacken des Kochs aufhalten. Dann kannst Du nicht gesehen werden und hast gute Chancen, getreten, hochgenommen und getröstet zu werden. Fällt dabei noch etwas Essbares zu Boden, lohnt es sich besonders!
Liest Dein Mensch, leg Dich quer über die Zeitung oder das Buch.
Wenn jemand strickt, roll' Dich friedlich auf dem Schoss des Strikenden zusammen und tue so, als würdest Du schlummern. Hin und wieder holst Du dann mit der Pfote aus und schlägst kräftig auf die Stricknadeln. Du erreichst im Idealfall, dass Maschen fallen oder der Faden reisst. Dein Mensch wird eventuell versuchen, Dich mit einem Ball aus der Strickwolle abzulenken, das solltest Du ignorieren - das Ziel ist schliesslich zu helfen!
Die Menschen sind oft phantasielos. Deine Pfoten kannst Du besonders effektiv beim Modellbau, bei der Seidenmalerei oder bei Modellierarbeiten eisetzen. So kannst Du tatkräftig bei der Farb- und Formgestaltung eigene Ideen beisteuern!
Am Computer kann eine Katze besonders viel Freude erregen. Dort lohnt es sich besonders auf der Tastatur rumzulaufen oder rumzuliegen bzw. vor dem Monitor zu sitzen, so oft es möglich ist.
4. Das Spielen ist für uns Katzen sehr wichtig. Darum musst Du tagsüber für ausreichend Schlaf sorgen, so dass Du Nachts zwischen 3:00 und 5:00 Uhr frisch und munter bist, um "Versteck die Maus", "Fang den Zeh" oder "König des Bettenberges" zu spielen. Es gilt schliesslich: stehst Du auf Deinem Besitzer herum, ist Dir jede Menge Aufmerksamkeit sicher!
5. Falls Gäste ins Haus kommen, solltest Du schnellstens herausfinden, welcher der Gäste Katzen am meisten hasst und Dich auf deren Schoss setzen. Vorher noch Fisch zu fressen, lohnt sich allemal. Für Schossbesetzen und Reiben an Hosen gilt folgendes: immer die Farben von der Kleidung der Gäste so wählen, welche am besten zu Deinem Fell im Kontrast stehen. Wenn Du über das Geschirr auf dem Esstisch spazierst, sei vorbereitet, so überrascht und verletzt wie möglich zu schauen, sobald Du gescholten wirst. Die Idee dabei ist, den Gästen "sonst aber darf ich das doch auch immer..." zu vermitteln. Begleite die Besucher immer mit in's Badezimmer - hierbei ist es nicht nötig, etwas zu tun, sitze einfach nur so da und starre sie an! Nachdem Du deinerseits die Katzentoilette benutzt hast, vergiss nicht, auf den Gästeschoss zu springen und mit Deinem Schwanz unter deren Nase hin und her zu wedeln.

Zuguterletzt noch ein wichtiger Hinweis: Beginne rechtzeitig mit dem Menschen-Training! Die Menschen sollten die Grundregeln im Umgang mit uns kennen. Sie begreifen bekanntlich nur sehr langsam, aber sie sind durchaus lernfähig - Du mußt nur frühzeitig beginnen und den Unterricht konsequent fortsetzen. Befolgst Du diese Regeln, wirst Du immer ein gut funktionierendes Zuhause haben!